Sportbranche im Aufschwung: Deutscher Sportmarketing Index steigt weiter an

By Community | August 30, 2012

Die deutsche Sportbranche setzt ihren Aufwärtstrends fort – das zeigt der “Deutsche Sportmarketing Index” (DSMI), sale der jährlich von Deloitte und dem ISS Institut für Sportmanagement erhoben wird. Trotz der Euro-Krise hat sich das Geschäftsklima im deutschen Sportbusiness erneut verbessert, sale auf 102,53 Punkte (2011: 101,08). Die 110 befragten Branchenexperten haben vor allem eine positive Erwartungshaltung gegenüber der Erlösentwicklung in den Bereichen Sponsoring, Medienrechte und Merchandising. Der DSMI reflektiert die allgemeine Stimmungslage und Trends analog zum ifo Geschäftsklimaindex in der deutschen Sportbranche.

“Diese Entwicklung spiegelt die positiven Erfahrungen aus der jüngsten Vergangenheit wider”, erklärt Stefan Ludwig, Director der Sport Business Gruppe bei Deloitte. “Die deutsche Sportbranche hat sich schließlich über einen langen Zeitraum als krisenresistent erwiesen und ist für die Zukunft gut gerüstet.”

Die DSMI-Studie zeigt, dass die Sportbranche das Vertrauen in das Sponsoring beibehält. Die Attraktivität des deutschen Profisports als Werbe-Plattform ist ungebrochen. Das zeigt auch der Ansturm von neuen Sponsoren aus der Solar- und Glücksspielbranche. Eine deutliche Mehrheit geht für die kommenden drei Spielzeiten (2012/13, 2013/14 und 2014/15) von steigenden Sponsoring-Investitionen aus. Abschlüsse von neuen Medienrechten in der Fußball-Bundesliga, Beko Basketball Bundesliga und Deutschen Eishockey Liga wirken sich auch positiv auf die Prognosen im Medienbereich aus. Mit Blick auf die Merchandising-Erlöse erwarten mehr als die Hälfte der Befragten für die Spielzeit 2012/13 eine positive Geschäftsentwicklung (2011 waren es noch 40 Prozent). Im Bereich Ticketing rechnet zwar über die Hälfte mit stagnierenden Preisen in den kommenden drei Spielzeiten – dieser wird aber auch zukünftig eine verlässliche Erlösquelle des deutschen Profisports sein.

Gebremst wird der Aufwärtstrend durch die verhaltenen Umsatzprognosen für Hospitality. Bis zu 20 Prozent der Befragten rechnen in den kommenden drei Spielzeiten mit signifikanten Erlösrückgängen. Im Vergleich zu 2011 hat sich die Anzahl der Skeptiker etwa verdoppelt. “Die andauernde Rechtsunsicherheit im Zusammenhang mit der Einladung von Geschäftspartnern zu Sport-Events sorgt für eine gewisse Zurückhaltung bei den Beteiligten. Da Hospitality einerseits eine wichtige Erlösquelle für die Veranstalter und andererseits ein bedeutendes Kommunikationsinstrument aus Sicht der einladenden Unternehmen ist, sind die Interessenverbände bemüht, juristische Klarheit in der Compliance-Diskussion zu schaffen”, erklärt Prof. Dr. Dirk Mazurkiewicz vom ISS Institut für Sportmanagement der FH Koblenz/Remagen.

Die Umsatzprognosen für die einzelnen Profisportligen zeigen: Für die kommende Spielzeit erwarten Brancheninsider für die 1. und 2. Fußballbundesliga das stärkste Wachstum. Vor allem in den Bereichen Sponsoring, Medienrechte und Merchandising werden Umsatzsteigerungen erwartet. Das gilt – in abgeschwächter Form – auch für die Beko Basketball Bundesliga besonders mit dem FC Bayern München Basketball. Bei der Deutschen Eishockey Liga und der DKB Handball-Bundesliga sehen die Experten das größte Wachstumspotenzial bei den Erlösen aus neuen Medien im Vergleich zu anderen Erlösquellen: Internet und Mobiltelefon stellen für diese Ligen eine Alternative zu klassischen, stark vom Fußball dominierten TV-Plattformen dar.

Die Sky Deutschland AG setzte im zweiten Quartal 2012 ihren positiven Wachstumstrend fort und verzeichnete einen Kundenzuwachs von 14 Prozent zum Vorjahresquartal. Dadurch ist die Anzahl der Abonnenten auf über drei Millionen gewachsen. Analog zur Unternehmensentwicklung geht ein Großteil der Befragten in den kommenden drei Spielzeiten von einer weiteren Steigerung aus. Ein anderes Bild zeigt sich für die zukünftige Zuschauerentwicklung der ARD Sportschau. Mit signifikanten Steigerungen der Zuschauerzahlen für das traditionelle Format rechnet nur ein geringer Teil der Experten.

“Mit dem Zugpferd Fußball-Bundesliga an der Spitze, den anderen gut aufgestellten Profisportligen und einem ausgewogenen Mix aus attraktiven Sport-Events blickt die Branche optimistisch in die Zukunft. Trotz der andauernden Compliance-Diskussion bieten sämtliche Erlöskategorien Wachstumspotenziale”, resümiert Stefan Ludwig von Deloitte.